Afrikanische Eierschlange (dasypeltis scabra)
Allgemeines
Die Afrikanische Eierschlange erreicht eine Länge von 70 - 90 cm selten über 100 cm, und dann auch nur eher die Weibchen. Der schlanke Körper ist Silbergrau (vor allem bei Jungtieren) bis graubraun gefärbt und weist dunkle Flecken auf. Die Rückenschuppen sind stark gekielt und die Seitenschuppen gezackt. Der Körperquerschnitt ist eher flach als rund. Der Kopf ist kurz und klein und der Schwanz ist lang. Die Zähne sind stark zurückgebildet und befinden sich ausschließlich ganz hinten im Unterkiefer. Wo sich bei anderen Schlangen die Zähne befinden, besitzt die Eierschlange eine Reihe dicker Falten aus Zahnfleischgewebe, die wie die Falten eines Akkordeons angeordnet sind. Diese Falten finden auf einer glatten Eioberfläche wie Saugnäpfe Halt. Die Schlange ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv Bodentemperaturen von lokal 25-30 Grad, Sonneninseln 32 Grad und eine Nachtabsenkung bis auf ca. 18-20 Grad C sind angebracht. Immer frisches Trinkwasser in einem ausreichend großen Behälter darf nicht fehlen.(werden oft als Bademöglichkeit genutzt) Ebenso wie eine 10-12 stündige Sonnen- und UV-Bestrahlung, die von absoluter Wichtigkeit ist, denn es stellt ein Problem dar Vitamine und Mineralstoffe zuzufüttern, (die Futtereier werden oft nicht angenommen) um die D3 Synthese sicherzustellen. die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40-60 % liegen. Die Terrariengröße für zwei ausgewachsene Eierschlangen wird mit 80x40x80 empfohlen. Bei der Haltung eines dritten Tieres ist 20% Grundfläche dazuzurechnen. Tag- eher dämmerungsaktiv. .
Das Verbreitungsgebiet
Unterhalb der Sahara ist Nordostafrika; südliches Arabien, südliches Marokko. Im Westen bis Gambia. Südlich bis Südafrika. Die meiste Zeit verbringt die Eierschlange in dichtem Laubwerk. Sie kommt in sehr unterschiedlichen Lebensräumen vor. Nicht im Regenwald oder der Wüste. Bevorzugt trockenes Wald- und Buschgelände. Teilweise Baumbewohner. Als Schlupfwinkel benutzt sie sogar geplünderte Vogelnester. Bei Gefahr ahmt sie die Verteidigungsstrategien der Giftschlangen nach, in dem sie mit ihren Schuppen rasselt oder sich aufbläht, zischt und wütende Scheinbisse ausführt. Zwar ist die Afrikanische Eierschlange ungiftig, aber dafür sehr angriffslustig. Sie wird äußerst schnell zornig und beißt gerne. Wenn sie gereizt wird, bläht sie den vorderen Körperteil auf, stößt heftig zischende Laute aus und ringelt sich auf. Dabei erzeugen ihre Hautschuppen durch Reibung ein deutlich vernehmbares Geräusch und die Schlange greift ihren Gegner wie eine Kobra an. Wir konnten dieses Verhalten nur bei Jungschlangen beobachten. In zunehmendem Alter werden sie leicht zutraulich und handzahm.
Futterspezialist
Die Eierschlange ist ein Futterspezialist und ernährt sich ausschließlich von Vogeleiern, je nach Größe des Tieres von Finken, Sittichen, Wachteln oder Hühnern. Mit der Zunge kann sie testen, wie groß das Ei ist und ob es schon bebrütet ist (nur leicht angebrütete Eier werden trotz allem nicht verschmäht. Unterkiefer und Hals sind bei erwachsenen Tieren so weit dehnbar, dass auch Eier mit einem Durchmesser von 4 - 5 cm (oder 4-5 mal größer als der Kopf der Schlange) verschluckt werden können, ohne zu zerbrechen. Nachdem die Schlange das Ei verschluckt hat, beugt sie scharf ihren Hals, so dass das Ei gegen eine Reihe scharf nach unten gerichteter Stacheln gedrückt wird. Diese durchdringen die Eierschale und ritzen sie auf. Diese Stacheln sind verlängerte Vorsprünge der Wirbelsäule. Der Inhalt des Eies fließt dank spezieller Muskeln, die den Schlund vor dem Ei verschließen, in den Magen hinunter. Während sich das Ei entleert und der Inhalt immer weiter den Schlund hinab fließt, wird die Schale von den stumpfen Enden einiger Wirbel zu einem kompakten Bündel zusammengepresst, das mühelos ausgewürgt werden kann, sobald sich die vorderen Schlundmuskeln entspannt haben.
Tipp: sollte die Eierschlange eine Ei-schale nicht wieder auswürgen, ab dann eine Nummer größer verwenden.
Haltung und Pflege
Eine gern von Terrarianern gehaltene Schlange. Falls die Beschaffung von kleinen Vogeleiern möglich ist, lässt sie sich gut halten. Der Bodengrund sollte in dem als Trockenterrarium eingerichten Becken aus einem lockeren Sand-Kies-Gemisch mit Stein- oder Korkplatten als Unterschlupfmöglichkeit bestehen. Es geht aber auch Rinde und Laub Gemisch.
Tipp: (z.B. Pinienrinde, ist keim-abtötend wegen der ätherischen Öle) Einige kleine Klettermöglichkeiten und eine Bepflanzung sollte geboten werden. Tipp: ein Nachgebautes Vogelnest an einem höhergelegenen Ast anbringen, zur Futtergabe werden diese oft angenommen
Geschlechtsunterschiede
Die weiblichen Eierschlangen sind meist größer und kräftiger gebaut als die Männchen.
Außerdem haben sie eine geringere Anzahl an Bauchschuppen selbst vom Laien zu erkennen. Nur vom Fachmann ist eine Sondierung vorzunehmen, wenn man auf „Nummer sicher“ gehen möchte.
Vorrausetzung für die Nachzucht
Die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Nachzucht der Afrikanischen Eierschlange (Dasypeltis scabra)
ist die artgerechte Haltung/Pflege unter einem annähernd
nachempfundenen Klima. Eine Überwinterung für ca.2 Monate ist unablässlich, bei einer Temperaturabsenkung von Tags/Nachts um 4-5 C. Im Frühjahr setzt man dann das Männchen zum Weibchen (Wir halten Dasypeltis scabra gemeinsam)
Paarung
Wir konnten leider keinerlei Paarungsverhalten Feststellen. Auch konnten wir bis zu diesem Zeitpunkt keine Paarung beobachten.
Sollte das Weibchen Paarungsbereit sein steigt das Männchen von hinten auf das Weibchen wobei diese, ihren Schwanz ein wenig zur Seite nimmt und er seine Kloakenöffnung unter die des Weibchens drückt. Die Paarung kann wie bei vielen Reptilien auch mehrmals Stattfinden.
Nach erfolgreicher Paarung sollte man dann die Tiere unbedingt Trennen, da die Weibchen oft sehr agressiv den Männchen gegenüber sind. Jetzt sollte das Weibchen gut gefüttert werden um der Entwicklung der Eier nicht im Wege zu stehen.
Trächtigkeit, Eiablage, Schlupf
Das Weibchen legt dann bei erfolgreicher Paarung, je nach Temperatur ca.4-10 Wochen, an einer feuchten stelle ca. 8 - 18 Eier in einer Bodengrube ab.Das in offenen Schalen mit etwa 5 cm leicht feuchtem Vermiculit befüllt war.
Es ist darauf zu achten das keine Kondensfeuchtigkeit auf die Oberfläche der Eier tropft. Die Jungschlangen schlüpfen nach 3 - 4 Monaten (80-90 Tagen), und haben dann bereits eine Länge von 18 - 25 cm.
bei einer Inkubationstemperatur von konstant 28 C waren es bei uns genau 80 Tage. Bei 29 C kann es schon nach 60 Tagen zum Schlupf der Jungschlangen kommen Bei der Überführung der Eier in den Inkubator sollte man, wie bei allen Reptilieneiern unbedingt die Lage einhalten wie sie vom Weibchen gelegt wurden. Es kommt aber vor, dass die Eier zu einem Klumpen zusammenkleben (war bei uns so der Fall und wir Trennten die Eier vorsichtig, muss man aber nicht unbedingt)

Bei der Aufzucht der Jungtiere ist wohl das größte Problem die Beschaffung von Futtereiern. Es gibt zwar Vogelzüchter die Speziell für Halter der Eierschlangen Futter anbieten, diese aber nicht immer vorrätig haben. Aber kein Grund zur Sorge, denn Eierschlangen sind wahre Überlebenskünstler Wenn man bedenkt, dass sie in ihrem natürlichen Habitat nur einige Monate Vogeleier zur Verfügung haben.
Hat man dann aber erstmal Vogeleier (z.B. Zebrafinken) Vorrätig, so stellt sich die Frage ob sie diese auch annehmen. Meist nehmen sie „Nur hineingelegte“ Eier nicht an.